Slide 1 Slide 2 Slide 3 Slide 4 Slide 5

Deutsche Meisterschaft Cyclocross - Kleinmachnow

13/01/2019 -

Deutsche Meisterschaft Cyclocross - Kleinmachnow

 

 

Die Querfeldeinszene Deutschlands ist nicht kleinzukriegen. Mehrere Tausend Zuschauer verfolgten am vergangenen Wochenende die zweitägige Deutsche Meisterschaft in den Kiebitzbergen.


Das Gelände rund um das Freibad und Sportzentrum Kleinmachnow war bereits zum vierten mal Gastgeber für die besten Querfahrerinnen und Querfahrer Deutschlands. Während am Samstag besonders die Damen im Mittelpunkt standen, gab es am Sonntag auschließlich männlich besetzte Meisterschaftsrennen.

Locker und kompetent führte Sebastian Paddags die Zuschauer durch das verregnete Wochenende. Dabei animierte er das Publikum immer wieder zu tosendem Applaus auf offener Szene. Dies dankten die Fahrerinnen und Fahrer mit ganz feinem Querfeldeinsport. Zu den Zielankünften übergab Sebastian dann regelmäßig in den Zielbereich zu Robert Bengsch, welcher dann die finalen Worte zum Zieleinlauf fand.

Klar, die Leistungsdichte in Deutschland ist nicht so hoch wie zum Beispiel in Belgien. Dennoch gab es durchaus Spannung in den Rennen und reichlich Emotionen. Neben vielen strahlenden Gesichtern gab es auch Tränen und Enttäuschungen. Darin unterscheidet sich Deutschland ganz sicher nicht von den Crosshochburgen der Beneluxsländer.

Auch die Regeln sind gleich. Dies musste heute Maximilian Möbis schmerzvoll erfahren. Im Rennen der U23-Klasse hatte er als Favorit schnell einen Vorsprung von knapp einer Minute auf die Verfolger gewonnen. Dann schlug die Defekthexe erbarmungslos zu. Dies bedeutet im Cyclocross zwar nicht das Aus. Ein Team wie im Straßenradsport, welches einen "verlohrenen Sohn" wieder ins Feld geleitet, gibt es hier allerdings nicht. Dafür ein Depot. Hier steht für den Ernstfall ein Betreuer mit Austauschmaterial bereit um möglichst wenig Zeit zu verlieren. Max hatte heute leider das Pech, dass er direkt hinter der Wechselzone den platten Reifen bemerkte. Das bedeutet, eine Runde mit dem platten Reifen oder zu Fuß absolvieren um dann wieder regelkonform den Weg in Fahrtrichtung in die "Box" zu nehmen. Das hatte der inzwischen erfahren Fahrer im Eifer des Gefechts allerdings nicht auf dem Schirm. Entgegen der Rennrichtung macht er er sich einige Meter auf den Weg zurück zum Wechsel der Rennmaschine. Als ihn Betreuer und Rennkollegen auf seinen Fehler aufmerksam machten, war es schon zu spät. Den Radwechel vollzog er zwar erst in der folgenden Runde und auch die verlorenen Positionen konnte er wieder aufholen, die Notiz auf dem Zettel der Jury aber stand. Als Maximilian Möbis schließlich als Erster und wieder mit Vorsprung die Ziellinie überquerte, ahnte er wohl schon das folgende Unheil. Nach langer Juryberatung war die Disqualifikation die logische Konsequenz für einen Moment der Unachtsamkeit. Der Titel ging somit etwas überraschend an Luca Bockelmann vor Pascal Tömke und Poul Rudolph.

Im Hauptrennen des Tages gab es dann keine weitere Überraschung im Titelkampf. Der "Belgier" Marcel Meisen siegte am Ende sehr souverän im Rennen der Elite vor Manuel Müller und Sascha Weber. Fast wie im Ausscheidungsfahren rang der Profi in Diensten des Teams Corendon – Circus Runde für Runde seine Gegner nieder. Nach sechzig Minuten waren von 40 Startern lediglich noch 11 weitere Crosser in der selben Runde. Unter diesen befand sich auch der zweimalige Starter bei der Tour de France Paul Voß. Der Ex-Profi landete im Ziel auf Platz sieben. Die restlichen Fahrer wurden wegen Überrundung vorzeitig aus dem Rennen genommen.

Nach zwei Tagen Radsport bleibt festzuhalten, der in vielen Augen etwas schräge Sport lebt! Und er ist heiß – bei jedem Wetter!

Der Dank gehört allen, die zum Gelingen dieses Meisterschaftswochenendes beigetragen haben.

(T.H.)

Ranking RTC:

Luis Engelhardt: 22.

Nick Engelhardt: 28.

Eileen Kanis: 15.

KaDee: 19.

Shorty: 22.

Poul Rudolph: 3.

Floh: DNF