WM-Quali in Griechenland: Ritt auf nasser Rasierklinge
01/11/2026 -Auf rutschigen Straßen und getreu der Redewendung „Ein gutes Rennpferd springt nur so hoch wie es muss“ ging Christians Taktik auf dem Weg zur WM 2027 voll auf. Leider verlor Salva nach Bodenkontakt den Anschluss, konnte aber dennoch finishen.
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Wenn man eine Radrennen in Loutraki, Griechenland angeht, darf man natürlich zunächst den Besuch der griechischen Wiege unserer Zivilisation nicht auslassen: Christan reiste daher 1 Tag früher an, um in einem sehr bewegenden Tagestrip nach Athen die Agora, das Akropolis-Museeum und die Akropolis zu genießen – man kann gar nicht genug davon schwärmen!
Tags darauf ging es dann zur Renn-Anmeldung: Die Startunterlagen waren morgens fix geholt, und da die Rennstrecke am antiken Korinth vorbeiging, konnte man gleich Streckencheck und Besuch der v.a. römischen (!) Ausgrabungen kombinieren – was für eine geniale Gelegenheit, die ebenfalls nicht ungenutzt blieb! Nachmittags kam dann Salva aus Athen nach, sodass wir abends gemeinsam Pastaparty und Briefing machen konnten – letzteres war in Anbetracht einiger strecken- und wetterbedingt heiklen Aspekte durchaus wichtig.
Der Renntag selbst begann nachts mit viel Regen, der zwar pünktlich zum Rennen durch war, aber die Strecke ziemlich feucht hinterließ. Man muss wissen, dass in Griechenland die Straßen kaum für Regen ausgelegt sind – und bei Feuchtigkeit extrem rutschig werden! Die AK-Blocks gingen mit 30s-Abstand auf die Strecke und ballerten die ersten 20km auf Schnellstraßen gleich richtig los. Danach war Position gefragt: Bei engen Ortsdurchfahrungen entlang der Küste war es vorne deutlich sicherer – und Christian fuhr entsprechend kontrolliert mit, Salva kurz dahinter.
Nach 30km ging es dann in den Hauptberg: 700hm über 15km. Nach 3km musste Christian die Spitze fahren lassen, zählte noch durch und konzentrierte sich auf sein Tempo; auch Salva war stark und blieb in Sichtweite. Blöderweise drehten im Wiegetritt wegen der Feuchtigkeit die Hinterräder sofort durch, also auch in Steilpassagen schön sitzen bleiben und Lenker festhalten! Oben war Nebel, dann ging es in die insg. 40km Abfahrt mit einigen heiklen und auch vermeintlich normalen Kurven – aber man fuhr wie auf rohen Eiern und Einige legten sich auch bei nur wenig Seitenlage oder zu hartem Bremsen sofort hin. Leider auch Salva an einer vorher besprochenen Kurve, der dadurch seine Gruppe, den linken Schalthebel und wertvolle Minuten verlor.
Salvas ursprüngliche Gruppe (ca. 15 Fahrer) sammelte wenig später Christian und weitere Einzelfahrer ein – mit dieser ging es die zweite Rennhälfte bis ins Ziel. Die Sonne kam heraus, aber jede Kurve musste weiter mit Umsicht genommen werden. Im Finale positionierte sich Christian gut, und da er der einzige Fahrer seiner AK in der Gruppe war, konnte der Bergabsprint ohne Risiko genommen werden. Salva finishte als Einzelfahrer – zumindest durchgekommen und noch die Strecke genossen.
Dann begann das Rechnen: Hatte es für die WM-Quali gereicht? Nicht die 75 Meldungen, sondern die 68 Starter (!) waren als Basis in der AK entscheidend – und Christians Platz 16 war innerhalb der Top-25%! Somit war das WM-Ticket führ Massenstart und Zeitfahren in Frankreich 2027 gesichert – und die Freude groß. Vielen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung daheim – und vielleicht zieht ja der/die Eine oder Andere nach? Die nächste Straßensaison wird in jedem Fall spannend! (CH)





